Konstanz: Neue Wege in der Parkraumbewirtschaftung
Die Stadt Konstanz will sich in den Kreis der Städte einreihen, die ihre Zentren weitgehend autofrei umbauen, um dem Fuß- und Radverkehr mehr Raum zu geben und die Aufenthalts- und Wohnqualität zu stärken. Hierfür ist die Stadt 2024 mit dem Verkehrsplanungspreis ausgezeichnet worden. Ein bisher eher selten genutzter Steuerungsansatz der Parkraumbewirtschaftung unterstützt die eingeleitete Mobilitätswende maßgeblich. In einem Aufsatz in der Straßenverkehrstechnik, Heft 1, 2026, mit dem Thema "Konstanz: Neue Wege in der Parkraumbewirtschaftung" sind die gewonnenen Erfahrungen ausführlich dargestellt.
Die Parkraumkonzepte für die beiden Stadtteile Paradies und Petershausen-West beruhen auf einer kleinteiligen lokalen Straßenhierarchie zur Quartiersbildung und wenden sich – soweit straßenverkehrsrechtlich zulässig – vom Prinzip des flächendeckend gemischten Parkens von Bewohnern und Besuchern ab. Straßenverkehrsrechtlich wird dies durch eine Negativ-Beschilderung auf den Wohnstraßen (Bild 1) und eine Positiv-Beschilderung auf den Erschließungsstraßen (Bild 2) eindeutig kommuniziert. Die lenkende Wirkung der Parkraumwirtschaftung führt zu einer deutlichen Reduzierung des Parksuchverkehrs und zu einer Verringerung der Stellplatznachfrage. Ein besseres Miteinander auf den Wohnstraßen ist die Folge.
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Bild 2: Positiv-Beschilderung in den Erschließungsstraßen |
Zum 1. August 2016 wurde
im Stadtteil Paradies die Parkraumbewirtschaftung mit diesem System neu
geordnet. Bis auf kleinere Anpassungen, die sich aus der Alltagsnutzung
ergaben, hat sich kein weiterer Optimierungsbedarf ergeben. Angesichts der
Größe des Bewirtschaftungsgebiets, der umfassenden Umstellung der
Bewirtschaftungsform und der hohen Akzeptanz ist das neue Konzept ein
wesentlicher Beitrag zu einer lebenswerten Stadt.
Den "Konstanzer
Weg" wird man sicher nicht überall einsetzen können, aber er bietet wegen seiner
Zukunftsfähigkeit eine mögliche Planungsstrategie im Portfolio denkbarer
Lösungen. Der "Konstanzer Weg" kann deshalb auch über Konstanz hinaus
an Bedeutung gewinnen – doch lesen Sie selbst!