Mailand – "Hidden Champ" zukunftsfähiger Verkehrsplanung
Um die Vielfalt der Entwicklungsstränge in Mailand
vorzustellen, wollen wir in lockerer Reihenfolge mit Posts zu jeweils einem
Themenschwerpunkt die Mailänder Verkehrsplanung vorstellen. Starten wollen wir
mit den "Verkehrsbeschränkungszonen" (Zone a traffico limitato, ZTL).
Mailand hat ein mehrstufiges Zonen-System eingeführt:
Area C: Maut-Zone im historischen Zentrum
Die Area C umfasst das Herz Mailands innerhalb des
historischen Rings der Stadtmauern. Die Einfahrt ist für die zugelassenen Fahrzeuge
kostenpflichtig (Dieselfahrzeuge ab Euro 6, Benziner ab Euro 2). Ein Standard-Tagesticket kostet 7,50 EUR, Elektrofahrzeuge und
bestimmte Hybridfahrzeuge sind frei. Die Beschränkungen gelten i.d.R. von
Montag bis Freitag von 07:30 bis 19:30 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen ist
die Einfahrt frei.
Area B: Die Umweltzone umfasst weitgehend das übrige Stadtgebiet
Die Area B schließt fast das gesamte restliche Stadtgebiet ein
und soll Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß fernhalten. Es ist eine reine
Umweltzone ohne Mautgebühr. Wer die Abgasnorm nicht erfüllt, darf nicht
einfahren. Die Beschränkungen gelten für die gleichen Fahrzeuge und zu den
gleichen Zeiten wie in Zone C. Kameras an den Stadtgrenzen blitzen Verstöße
automatisch.
Verbot der Einfahrt in bestimmte Stadtviertel
Für einzelne Bereiche der Altstadt (u. a. Quadrilatero della Moda) gilt darüber hinaus, dass die Einfahrt bis auf
Berechtigte grundsätzlich verboten ist.
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Die Einführung der Area B im
Jahr 2019 mit einer Zufahrtsbeschränkung für stärker emittierende Fahrzeuge
reduzierte die Gesamtzahl der Kfz-Fahrten in einem moderaten Rahmen; das war
auch nicht das Ziel der Zone B. Deutlich verändert hat sich die Zusammensetzung
des Fahrzeugbestands: ältere Diesel verschwanden zunehmend, während Hybrid- und
E-Fahrzeuge deutlich zunahmen.
Mailand gilt damit als eines
der erfolgreicheren europäischen Beispiele für Verkehrslenkung. Der Erfolg
beruht nicht allein auf den Fahrverboten als aus der Kombination von City-Maut
(Area C), Umweltzone (Area B), dichtem Metro- und Straßenbahnnetz, P+R-Anlagen und
einem kontinuierlichen Ausbau des Radverkehrsnetzes. Dadurch wurde ein Teil des
Kfz-Verkehrs tatsächlich ersetzt und nicht nur räumlich verlagert.