Dienstag, 11. Juni 2019

Emissionshandel und Joint Implementation als Beiträge zu einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung

Das Thema CO2-Minderung hat es nach ganz oben auf der politischen Agenda gebracht. In diesem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob eine Ausweitung des Emissionshandels auf den Verkehrssektor eine sinnvolle Lösung darstellen kann. Diese Frage ist, wie vieles, was derzeit zu diesem Thema aufgebrüht wird, nicht ganz neu und hätte schon viel früher auf die Tagesorndung kommen müssen.

Der von Jochen Richard geleitete FGSV-Arbeitskreis "Emissionshandel und nachhaltige Verkehrsentwicklung" hat bereits 2011 das Arbeitspapier "Emissionshandel und Joint Implementation als Beiträge zu einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung" vorgelegt. Es ist zwangsläufig nicht mehr in allen Punkten aktuell, aber angesichts der bisher wenig in der Literatur behandelten Thematik als Einstieg, zur Festlegung möglicher Einsatzbereiche und zur Identifizierung des Handlungsbedarfs immer noch gut geeignet. Das W2-Papier ist weiterhin bei der FGSV beziehbar.

Sonntag, 9. Juni 2019

My First Autobahn

Da kamen wir aus dem Staunen nicht heraus: Bei einem Besuch im Shop des Danish Architecture Center in Kopenhagen fanden wir unter dem designten Spielzeugangebot der gehobenen Preisklasse auch eine Schachtel "My First Autobahn" mit 20 m Klebeband (zweistreifig, reicht also für 10 m Autobahn) und einem futuristischen Spielzeugauto - natürlich von einem deurtschen Hersteller. Spielzeughersteller können selbstverständlich produzieren, was sie für sinnvoll halten, aber ob sich ein Architecture Center dafür stark machen sollte, Kindern frühzeitig die Autobahn nahezubringen, ist sicherlich eine Frage wert.
Das Beste ist aber immerhin, dass es auf der Autobahn in regelmäßigen Abständen Fußgängerüberwege gibt - als "My First Autobahn-Pedestrian Crossing" ist es letztlich doch ein sehr progressives Spielzeug.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Ruhige Gebiete - begehrte Ruhepunkte

Ruhige Gebiete müssen eine entspannte Atmosphäre bieten
Unter diesem Titel hat sich die Zeitschrift "der gemeinderat" mit einem Aufsatz von Jochen Richard dem Tema ruhige Ggebiete in Lärmaktionsplänen gewirdmet. Erschienen ist der Aufsatz in Heft 4, 2019. Hier ist der erste Teil zu finden. der zweite Teil des Beitrags ist unter www.treffpunkt-kommune.de/begehrte-ruhepunkte-in-der-stadt/ veröffentlicht.

Im zweiten Teil wird schwerpunktmäßig die Berücksichtigung der ruhigen Gebiete im Mitwirkungsverfahren zum Bonner Lärmarktionsplan der 3. Runde dargestellt. Zudem gibt es weitere Hinweise zur Entwicklung von ruhigen Gebieten. Nicht nur der Schutz, sondern auch die Weiterentwicklung von ruhigen Gebieten ist bisher ein vielfach unterschätztes Potenzial von Lärmaktionsplänen.

Sonntag, 10. März 2019

Barcelona – Superblocks zur Qualifizierung des öffentlichen Straßenraums in der Umsetzung

Das vermutlich mutigste Verkehrskonzept setzt derzeit die Stadt Barcelona um: Die Superblocks. Sie sollen unter anderem das Gründerzeitviertel um die historische Altstadt abdecken. Das Konzept enthält im Grunde nichts anderes, als den Kfz-Verkehr auf nur noch wenige Achsen zu beschränken, zumeist werden neun Blöcke zu einem "Superblock" zusammengefasst, in dem nur noch unvermeidbarer Ziel- und Quellverkehr möglich ist. Das Ziel: Qualifizierung des öffentlichen Straßenraums als Ort der Begegnung, Entlastung der Umwelt von Kfz-verursachten Umweltbelastungen, deutliche Erhöhung des Grünanteils. Das klingt radikal, wenn nicht sogar abenteuerlich, ist aber in Teilen bereits Realität. Zwei Beispielsgebiete sollen den Planungsansatz verdeutlichen:

Im Stadtteil Sant Marti wurde das Konzept mit einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen umgesetzt. Die neue Nutzungsvielfalt zeigt, welch enorme Nutzungsvielfalt das Superblock-Konzept entfaltet: Sie reicht vom Spielplatz über Straßencafés bis zu Laufbahnen für den Sportunterricht.









Bei den Ende 2018 fertiggestellten Maßnahmen im Stadtteil Sant Antoni ist man einen ganz anderen Weg gegangen, der aber typisch für den in Barcelona schon immer gepflegten integrierten Ansatz steht: Mit der Sanierung und der Vergrößerung der zentralen Markthalle wurde der Einzelhandelsstandort als Stadtteilversorger deutlich gestärkt – die Stadt der kurzen Wege nicht nur als Lippenbekenntnis. Die Straßen im Umfeld der Markthalle wurden völlig neu gestaltet und bieten jetzt einen nahezu durchgehend grüne Aufenthaltsbereiche an. Vision wird Wirklichkeit!



Es gibt im Internet eine Vielzahl von Quellen zum Thema Superblocks. Die beste ist zwangsläufig die Originalquelle, die Seite der Stadt Barcelona: https://ajuntament.barcelona.cat/ecologiaurbana/en/what-we-do-and-why/quality-public-space/superblocks.