Sonntag, 10. März 2019

Barcelona – Superblocks zur Qualifizierung des öffentlichen Straßenraums in der Umsetzung

Das vermutlich mutigste Verkehrskonzept setzt derzeit die Stadt Barcelona um: Die Superblocks. Sie sollen unter anderem das Gründerzeitviertel um die historische Altstadt abdecken. Das Konzept enthält im Grunde nichts anderes, als den Kfz-Verkehr auf nur noch wenige Achsen zu beschränken, zumeist werden neun Blöcke zu einem "Superblock" zusammengefasst, in dem nur noch unvermeidbarer Ziel- und Quellverkehr möglich ist. Das Ziel: Qualifizierung des öffentlichen Straßenraums als Ort der Begegnung, Entlastung der Umwelt von Kfz-verursachten Umweltbelastungen, deutliche Erhöhung des Grünanteils. Das klingt radikal, wenn nicht sogar abenteuerlich, ist aber in Teilen bereits Realität. Zwei Beispielsgebiete sollen den Planungsansatz verdeutlichen:

Im Stadtteil Sant Marti wurde das Konzept mit einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen umgesetzt. Die neue Nutzungsvielfalt zeigt, welch enorme Nutzungsvielfalt das Superblock-Konzept entfaltet: Sie reicht vom Spielplatz über Straßencafés bis zu Laufbahnen für den Sportunterricht.









Bei den Ende 2018 fertiggestellten Maßnahmen im Stadtteil Sant Antoni ist man einen ganz anderen Weg gegangen, der aber typisch für den in Barcelona schon immer gepflegten integrierten Ansatz steht: Mit der Sanierung und der Vergrößerung der zentralen Markthalle wurde der Einzelhandelsstandort als Stadtteilversorger deutlich gestärkt – die Stadt der kurzen Wege nicht nur als Lippenbekenntnis. Die Straßen im Umfeld der Markthalle wurden völlig neu gestaltet und bieten jetzt einen nahezu durchgehend grüne Aufenthaltsbereiche an. Vision wird Wirklichkeit!



Es gibt im Internet eine Vielzahl von Quellen zum Thema Superblocks. Die beste ist zwangsläufig die Originalquelle, die Seite der Stadt Barcelona: https://ajuntament.barcelona.cat/ecologiaurbana/en/what-we-do-and-why/quality-public-space/superblocks.

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