Mittwoch, 31. Oktober 2018

Straßenoberflächen als Beitrag zur Umweltentlastung

Aus den Arbeiten in den FGSV-Arbeitskreisen 1.7.2 "Stadtverträgliche Umweltbelastungen" und 2.12.4 "Wirkung von Maßnahmen zur Umweltentlastung" haben sich gezeigt, in welch breitem Umfang Straßenoberflächen einen Beitrag zur Umweltentlastung leisten können. Diese Chancen werde in der alltäglichen Planungspraxis jedoch zu selten beachtet. Zu nennen sind hier Beiträge zur Lärmminderung, Verringerung der Luftschadstoffe, CO2-Minderung, Entlastung des Stadtklimas und Klimafolgenanpassung. Die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen wurden in der Straßenverkehrstechnik, Heft 1, 2018, unter dem Titel "Wirkung von Maßnahmen zur Umweltentlastung – Betonpflasterbauweisen" veröffentlicht. Das Thema ist auf eine breite Resonanz gestoßen. Auf einer Vielzahl von Veranstaltungen konnten zwischenzeitlich die Ergebnisse vorgestellt werden.

Einige Themen sind nicht ganz neu, sondern wurden bereits in den 1990er und 2000er Jahren aufgegriffen. Auslöser waren extreme Hochwasserereignisse an Elbe und Rhein sowie deren Nebenflüsse. Das führte zu einer breiten Diskussion, wie als Prävention städtische Flächen entsiegelt werden können. Das von PRR 2006 bearbeitete Gutachten "Stadtpools – Einsatzmöglichkeiten von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen des Straßenbaus im Stadtumbau" für das damalige Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg diente dem Ziel, zwei bisher i.d.R. getrennt betrachtete Umweltaufgaben zur Nutzung von Synergieeffekten zusammenzuführen.

Gemeinsam mit plan-lokal hat PRR bereits 1993 mit der Veröffentlichung "Entsiegelung von Verkehrsflächen" (Heft 14 der Reihe "Bausteine für die Planungspraxis" des damaligen Ministeriums für Stadtentwicklung und Verkehr NRW) Beispiele aus der Praxis vorstellen können. Die Fallbeispiele können heute immer noch wertvolle Anregungen geben – teilweise wurden sie in unserem Büro bzw. als Sanierungsträger bearbeitet (siehe Abbildungen).

Beispiele für die Entsiegelung von Straßenverkehrsflächen im großen wie im kleinen Maßstab:

Köln-Chorweiler: Elbeallee mit niveaufreier Parkhauszufahrt

Neubaugebiet Brüggen (oben) und Kaarst (unten):
Neben Schmalfahrbahnen nehmen entsiegelte Multifunktionsstreifen....


Olof-Palme-Park nach Rückbau der Parkhauszufahrt

...Vorgärten, Zufahrten und Besucherparkplätze auf.

Umweltorientierte, funktionale und gleichzeitig gestalterisch hochwertige Maßnahmen  sind heute angesichts der Diskussion um die Klimafolgenanpassung (Thema "Schwammstadt") aktueller denn je.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen