Sonntag, 11. Februar 2018

DESWOS-Kitas in Kapstadts Township Mfuleni gefördert

Auch in diesem Jahr haben wir, wie bereits im Jahr zuvor, das DESWOS-Projekt zum Bau von Kitas im Township Mfuleni unterstützt. Zum Projektfortschritt hat uns die DESWIOS folgenden Bericht erreicht:

Enkosi! – heißt Dankeschön auf Xhosa, eine der südafrikanischen Amtssprachen, für die Unterstützung durch das Planungsbüro Richter-Richard. Das Planungsbüro unterstützt die DESWOS seit 20 Jahren als Mitglied und Spender in verschiedenen Projekten, zuletzt bei der Förderung von Kindertagesstätten. Danke für 20 Jahre Unterstützung der DESWOS durch das PRR! (Anmerkung: Haben wir gerne gemacht und werden wir auch weiter fortsetzen – dass es bereits 20 Jahre sind, war uns nicht bewusst.)

Im Armutsviertel Mfuleni, einem Stadtteil von Kapstadt mit mehr als 35.000 Menschen, sind Kinder tagsüber oft alleine, weil ihre Eltern einem Tagesjob nachgehen müssen. Oftmals kümmern sich arbeitslose Frauen um die Babys und Kleinkinder aus der Nachbarschaft und betreuen eine große Anzahl von ihnen in ihren Holz- und Blechhütten. Eine der Frauen versorgte in ihrer Hütte 85 Kinder! Auf engstem Raum ohne jegliche Mittel findet hier der Versuch statt, eine kindgerechte Betreuung zu ermöglichen.

Was hat die DESWOS bisher gefördert? Die DESWOS unterstützt seit 2012 das Konzept ihrer südafrikanischen Partnerorganisation Matchbox, Schiffscontainer zu recyceln und zu flexibel nutzbaren Raummodulen umzubauen. Die Container werden als Küchencontainer, als Waschraum mit Toiletten oder als Spiel- und Schlafraum für die Kleinen genutzt. Je nach Gruppierung der Container kann der Außenbereich überdacht werden und so ein schattiges Plätzchen zum Spielen bieten.

Worin liegt aktuell dringender Förderbedarf? Dringender Bedarf und deshalb Schwerpunkt der aktuellen Aktivitäten für Matchbox sind die Qualifizierung des Kita-Personals, eine enge Betreuung der dort arbeitenden Erzieherinnen und die Vergrößerung des Raumangebots. Der Bedarf an professioneller und kindgerechter Betreuung der Kita-Kinder ist groß. Deshalb müssen die Betreuerinnen an pädagogischen Bildungskursen teilnehmen und auch die Grundlagen der Selbstverwaltung und des Finanzmanagements erwerben. Die Qualifizierung der Betreuerinnen ist auch deshalb wichtig, weil sie die Voraussetzung zur staatlichen Registrierung darstellt, mit der die Kitas einen Zuschuss von umgerechnet 1,30 EUR pro Kind und Tag erhalten.

Für das wachsende Raumproblem werden von Matchbox aktuell zwei Container umgebaut, in denen die Kinder mit einem Lern- und Spielangebot betreut werden und Kleinkinder schlafen können. Eine der ersten DESWOS-Kitas arbeitet so erfolgreich, dass sie vergrößert werden muss. DESWOS schätzt die schwierige Arbeit von Matchbox sehr und beabsichtigt, die Arbeit der laufenden und auch weiterer Kitas zu unterstützen. Denn noch viele Kinder in Mfuleni brauchen dringend eine kindgerechte und liebevolle Betreuung. Spenden sind deshalb ausdrücklich erwünscht!

DESWOS e.V.
Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V.
Astrid Meinicke
Innere Kanalstraße 69, 50823 Köln

Telefon: 0221/57989-37
E-Mail: astrid.meinicke@deswos.de, www.deswos.de

DESWOS, Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE87370501980006602221, SWIFT-BIC: COLSDE33
Stichwort: Mfuleni



Sonntag, 28. Januar 2018

Wirkung von Maßnahmen zur Umweltentlastung in der SVT

In der Straßenverkehrstechnik, Heft 1, 2018, wurden zwei weitere Aufsätze zur Wirkung von Maßnahmen zur Umweltentlastung veröffentlicht, die auf Ergebnissen beruhen, die der gleichnamige und lange Zeit von Jochen Richard geleitete FGSV-AK 2.12.4 erarbeitet hat. Zum einen wird das Thema "Tempo 30 und Stadtgeschwindigkeitskonzepte" und zum anderen das Thema "Betonpflasterbauweisen" behandelt. Dargestellt werden unter anderem die notwendigen Rahmenbedingungen, die zu erwartenden umweltbezogenen wie auch verkehrlichen Wirkungen, zu beachtende Rechtsgrundlagen und Beispiele aus der Praxis. Beide Aufsätze sollen dazu beitragen, Umweltwirkungen in der Planungspraxis stärker zu berücksichtigen.

Montag, 4. Dezember 2017

Roadshows Lärmaktionspläne 3. Runde in NRW und BW

Bereits zur zweiten Runde der Lärmaktionspläne haben wir für das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein eine "Roadshow" zur Information der betroffenen Gemeinden durchgeführt. Wir freuen uns nun, gemeinsam mit qualifizierten Partnern zum Start der dritten Runde die "Roadshows" in Nordrhein-Westfalen im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und in Baden-Württemberg im Auftrag des Verkehrsministeriums unterstützen zu können. Für die Veranstaltungen in NRW unter dem Titel "Lebenswerte Städte – Lärmaktionsplanung lohnt sich" stehen die Termine bereits fest (Januar/ Februar 2018). Weitere Informationen und Anmeldung zu den kostenlosen Veranstaltungen unter www.umgebungslaerm.nrw.de/aktuelles/index.php#a2329212.

Montag, 30. Oktober 2017

Umbau Ortsdurchfahrt Rudersberg in der SVT

Der Aufsatz "Umbau Ortsdurchfahrt Rudersberg - Konzeptionelle Planung als Basis für die Straßengestaltung" in der Zeitschrift Straßenverkehrstechnik, Heft 10, bietet einen umfassenden Überblick über den Planungsvorlauf, die Umsetzung und die erzielten Wirkungen der im Deutschen Verkehrsplanungspreis 2016 ausgezeichneten Maßnahme. Es hat sich  dort gezeigt, dass der umfassende Planungsvorlauf die Objektplanung wesentlich beeinflusst und damit zum Erfolg der Planung beigetragen hat.

Sonntag, 27. August 2017

Bahnhof des Jahres 2017: Lutherstadt Wittenberg

Die Allianz pro Schiene hat den Hauptbahnhof der Lutherstadt Wittenberg zum Bahnhof des Jahres 2017 gekürt. Die Auszeichnung gilt vor allem dem neuen CO2-freien Empfangsgebäude mit seinen vielfältigen Service-Angeboten. Das ist schon ein tolles Gebäude geworden. Glückwunsch an die Lutherstadt und die DB AG! Die Auszeichnung gilt aber auch der engen Verknüpfung der einzelnen Verkehrsmittel untereinander, wie die Allianz pro Schiene in ihrer Würdigung ausdrücklich betont: "Wittenberg ist ein Bahnhof, an dem ich wunderbar ankommen kann, an dem ich wunderbar weiterkommen kann… es ist für alles gesorgt. Was will ich als Reisender mehr."

PRR hat mit dem Start des Projekts 1995 über 17 Jahre die Projektsteuerung für die Bahnhofsentwicklung übernommen. Damals gestartet mit der These, aus dem Bahnhof in Mittellage "drei Rückseiten" einen Bahnhof mit "drei Vorderseiten" zu entwickeln: Die Westseite als Haupterschließung mit Anbindung an die Stadt, die Mitte als "Gelenk" und P+R-Standort und die Ostseite zur engeren Anbindung der Elstervorstadt an die Kernstadt. Das Ziel war von Beginn an, alle Verkehrsmittel auf möglichst engem Raum miteinander zu verknüpfen. Es ist nun fast alles geschafft und man darf optimistisch sein, dass auch der letzte Baustein, das Durchstechen des Personentunnels nach Osten in die Elstervorstadt, gelingen wird – vielleicht bis zum Jahr 2020 zum 25-jährigen Planungsjubiläum.

Es ist nicht die erste Auszeichnung, die der Bahnhof erhält. Bereits 2003 war die geplante Bahnhofsentwicklung ein "Hervorzuhebender Beitrag" im Wettbewerb des BMVBW "Vom Reißbrett auf´s Gleisbett", 2006 erhielt der Bahnhof den 3. Preis im Wettbewerb "Auf dem Weg zur barrierefreien Kommune" des Landes Sachsen-Anhalt und 2008 wurde er als Good Practice im BBR-Wettbewerb "Vernetzung im Verkehr" ausgezeichnet.

Donnerstag, 3. August 2017

Südafrika - Exkursion in ein Land der Widersprüche

Kapstadt, Bo-Kaap - Fotoimpressionen PRR
Download unter www.prr.de/Poster SA.pdf    
Vom 1. bis 11. April 2017 veranstaltete das Institut für Städtebau, Berlin, eine städtebauliche Exkursion nach Südafrika. Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt waren die Ziele der Reise. Es war, nicht untypisch für ein Schwellenland, eine Reise der Widersprüche:






Tagsüber gibt es über soziale Unterschiede hinweg ein weitgehendes Miteinander der unterschiedlichen ethnischen Gruppen. Aber abends fährt jeder in seinen Stadtteil. Das reicht von Townships bis zu Gated Communities, die beide immer weiter ausufernd die Weichbilder der großen Städte beherrschen.


Kapstadt, Township

Johannesburg, Gated Community


Das reicht von BRT-Systemen mit schicken Midi-Bussen zur Erschließung der Innenstädte und der Weißenviertel (teilweise nach Abschaffung der Straßenbahn) bis zu alten Gurken, die von eigenen Busbahnhöfen nahezu unsichtbar für Weiße in die Townships fahren.

Kapstadt, BRT-System mit Midi-Bussen

Kapstadt, Busbahnhof für Busse in die Townships


Das reicht von Klein- und Kleinsthandel in den Townships bis hin zu Malls, die alleine im Umfeld von Johannesburg in den letzten Jahren einen Zuwachs von mehreren Millionen Quadratmeter Verkaufsflächen verzeichneten.

Soweto, Werbung für Kleinsthandel

Johannesburg, Mall of Africa mit 131.000 m² Verkaufsfläche


Das reicht von engagierten Projekten zur Aufwertung innerstädtischer Quartiere bis hin zu typischen Investorenprojekten mit Luxuswohnungen und Bürotürmen.

Johannesburg, renovierte Altbebauung

Johannesburg, gestyltes Bürogebäude


Das reicht von unsicheren Straßenzügen und Stadtvierteln bis zu Business Improvement Districts (BID), wo der öffentliche Raum den Investoren gehört, die über ihre privaten Wachdienste über das bestimmen, was erlaubt ist und was nicht (z. B. Fotografier- und Versammlungsverbot). Der Wert des öffentlichen Raums zwischen mitteleuropäischer Tradition und lokalem Sicherheitsbedürfnis war eines der meistdiskutierten Themen unter den Exkursionsteilnehmern.


Pretoria, belebte Straßenszene, Hetik, Staus, Parkplatzsuche



Johannesburg, reservierte VIP-Stellplätze in verkehrsberuhigten Straßen eines privaten Einkaufszentrums

Das reicht von esoterischen Kollegen, die Arbeit nur als soweit notwendig ansehen, dass man davon leben kann, über eher kommunistisch orientierte Kollegen, die in anderen Gesellschaftsformen keine Lösung sehen, bis hin zu Schickimicki-Architekturbüros, die mitten im Turbo-Kapitalismus stehen.

All das muss dieser Staat aushalten. Der derzeitige Staatpräsident Zuma ist umstritten und das Programm musste mehrfach wegen massiver Demonstrationen umgestellt werden. Aber: Weiße und Schwarze demonstrieren gemeinsam gegen die Regierung, die Polizei hat die Demonstrationszüge entspannt begleitet und die Presse kann offen über die Demonstrationen berichten. Das ist heute angesichts der Entwicklung in anderen Ländern wieder erwähnenswert.

Es war keine spektakuläre, aber eine sehr spannende Reise in eine Welt zwischen arm und reich.